|
Worum
geht es?
Wir sehen die Erstellung
von Pflichenheften als eine Dienstleistung an.
Mit dieser Dienstleistung sollen Informationen übermittelt bzw. verkauft
werden. Der Kunde hat daher Anspruch darauf, dass die zu übermittelnden
Informationen für ihn so leicht wie möglich konsumierbar
sind. Neben einer gut strukturierten textlichen Aufbereitung der Informationen
zeichnet sich ein gutes Pflichtenheft auch durch eine gute Visualisierung
der beschriebenen Vorgänge aus. Zudem sollte eine Sprache gewählt werden,
die der Zielgruppe gerecht wird (kein EDV-Chinesisch usw.).
In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass weniger meistens
mehr ist. Kunden lassen sich zwar von der Dicke eines Pflichtenheftes
beeindrucken. Jedoch weicht dieser Eindruck spätestens dann reinem Entsetzen,
wenn die ganze Dokumentation gelesen und bewertet werden muss. Daher
können wir nur anraten, komplexe Themenbereiche auf
separate Dokumente zu verteilen.
Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass ca. 60-80 Seiten die psychologische
Grenze dessen sind, was ein Mitarbeiter der Fachabteilung (der, der
alles lesen muss) noch als überschaubar ansieht. Dem gegenüber sieht
die Geschäftsleitung gerne viel Papier (die müssen es ja meistens
nicht lesen). Dieses Spannungsverhältnis lässt sich durch verschiedene
Dokumente leicht lösen.
Eine Möglichkeit, ein Pflichtenheft
einer breiten Leserschaft präsentieren zu können, ist die
Beschreibung zielgruppenorientiert aufzubauen.
Was
bringt es?
Mit
dieser Form der Dokumentenorganisation besteht die Möglichkeit,
vom Anwender bis hin zur Geschäftsführung über
alle Hierarchiestufen hinweg mit einem Dokument zu arbeiten. Dies hat
den Vorteil, dass nicht unterschiedliche Dokumente gepflegt und administriert
werden müssen.
Um jeder Zielgruppe gerecht zu werden,
hat sich folgende Grundstruktur bewährt:

Grobablauf
Worum
geht es ?
Darstellung des Gesamtumfangs des im Pflichtenheft abzuhandelnden Themas.
Was
bringt es?
Jeder Leser hat so die Möglichkeit,
sich in knapper Form über das Thema der Dokumentation zu informieren.
So soll verhindert werden, dass erst viele Seiten durchgelesen werden
müssen, um dann festzustellen, dass das Thema für ihn leider nicht interessant
ist.
Zielgruppe: Geschäftsleitung, Abteilungsleitung, Fachabteilung
Das Verhältnis zwischen Text
und Grafik sollte ungefähr 90% Grafik und 10% Text betragen. Am besten
ganz auf Text verzichten. Hierbei sollte, wenn möglich folgendes
beherzigt werden:
Manager haben keine Daumen
!
Wer keine Daumen hat kann
nicht blättern...
Aus diesem Grunde nicht mehr als eine Seite für den Grobablauf.
Teilablauf
Worum
geht es ?
Detailiertere Darstellung
der im Grobablauf dargestellten Informationen.
Was
bringt es ?
Der
Grobablauf macht nur sehr oberflächliche Aussagen zu den einzelnen Teilabläufen.
Aus diesem Grunde muss in der Darstellung der Teilabläufe eine detailliertere
Sichtweise gegeben werden. Wichtig ist hierbei, den Bezug zum Grobablauf
zu erhalten. Jeder Teilablauf muss eindeutig dem Grobablauf zugeordnet
werden können.
Zielgruppe:
Abteilungsleitung, Fachabteilung
Detailbeschreibung
Worum
geht es ?
Detaillierte Darstellung
der im Pflichtenheft abzuhandelnden Vorgänge bzw. Abläufe.
Was bringt es ?
Die
Detailbeschreibung ist das "Fleisch" im Pflichtenheft. Während der Grob-
und Teilablauf nur einen Überblick über die Abläufe geben. Die Ausarbeitung
des Detailablaufs hat maßgeblichen Anteil daran, wie die Qualität der
programmtechnischen Umsetzung wird.
Zielgruppe: Fachabteilung
Die
zielgruppenorienterte Beschreibung als Gliederungshilfe im gesamten
Pflichtenheft:

|