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Hierarchische Dokumentation von Objekten

Wie wird es gemacht ?
Die Grundidee, der Methode HDvO ist die Annahme, dass sich jede Software als Aktion-Ergebnis-Beziehung beschreiben lässt. Dabei wird immer von folgender Frage ausgegangen:

"Eine Aktion wird ausgeführt - welche Ergebnisse werden produziert?"

Bei der Beschreibung eines Programms kann man genauso vorgehen. Jedes Programm, das man aufruft bzw. jede Funktion die ausgeführt wird, produziert ein oder mehrere Ergebnisse. (Auch wenn eine Aktion nichts bewirkt, ist dies als Ergebnis der Aktion anzusehen.)

Aktion
Der Punkt, von dem aus eine Aktivität gestartet wird.

Ergebnis
Das Resultat einer Aktion.

Zur genaueren Spezifizierung können die Ergebnisse einer Aktion in verschiedene Objekte eingeteilt werden.

Objekt
Jedes Ergebnis wird als Objekt beschrieben. Innerhalb von HDvO wird jedes Objekt als eine in sich abgeschlossene funktionale Einheit angesehen. Dies kann z. B. ein Ausdruck oder eine Bildschirmmaske sein.

Mit Hilfe dieser Objekte ist es auf einfache Weise möglich, alle Ergebnisse einer Aktion zu klassifizieren. Eine Aktion kann dabei nicht nur ein Ergebnis, sondern eine Summe von Ergebnissen produzieren.

Alles das, was als Summe von Ergebnissen nach dem Auslösen einer Aktion vorliegt, kann in einer Hierarchie dargestellt werden.

So könnte z. B. beim Start einer Adressverwaltung zuerst geprüft werden, ob alle notwendigen Datenbanken vorhanden sind. Erst danach erscheint der Arbeitsbildschirm und es werden die verschiedenen Menüpunkte zur Verfügung gestellt.

Jedes Ergebnis wiederum kann Ausgangspunkt einer neuen Aktion sein. Sollte nach dem Start der Anwendung z. B. der Menüpunkt Neuanlage gewählt werden, so wird aus dem Ergebnis Neuanlage (als Ergebnis des Programmstarts) die Aktion Neuanlage. Diese Aktion wiederum liefert ein Ergebnis – z. B. einen Eingabedialog.

So kann eine zu beschreibende bzw. eine nachzudokumentierende Anwendung als strukturierte Ansammlung von Einzelobjekten in einer Hierarchie niedergelegt werden. Ausgehend von einem Hauptobjekt, das nämlich, von dem aus die erste Aktion ausgeführt wurde, werden alle Ergebnisse auf der darunter liegenden Hierarchieebene eingehängt.

Das Hauptobjekt ist bei dieser Betrachtungsweise unspezifiziert. D. h. normalerweise wird innerhalb von HDvO jedes Ergebnis einer Aktion einem oder mehreren Objekten zugeordnet. Das Hauptobjekt hingegen hat eine solche Zuordnung nicht. Es dient lediglich als Startpunkt der Beschreibung.

Diese Darstellung zeigt schematisch einen Teil einer Anwendung. Dabei wird hier bewusst der Begriff Ablauf vermieden. Die Hierarchie in HDvO ist nicht als neue Form des Ablauf- oder Flussdiagramms anzusehen. Innerhalb der Hierarchie wird lediglich ein Funktionsbaukasten beschrieben, der in einer Struktur niedergelegt ist, die der Sichtweise von der Funktion eines Programms nahe kommt.

Eine 100%ige Entsprechung der Verarbeitungen innerhalb eines Programms kann diese Darstellungsform nicht leisten, da die Hierarchie nicht in der Lage ist, Abhängigkeiten und Abläufe korrekt wiederzugeben. Die Hierarchie dient dazu, Ergebnisse in Form von Objekten niederzulegen. Diese Darstellungsweise unterstützt dabei eine Sichtweise, mit der auch Anwender ohne Programmierkenntnisse den Ablauf eines Programms verstehen bzw. beschreiben können.

Was bringt es?
Ziel dieser Vorgehensweise ist:

a) Klassifizierung
Alle Ergebnisse, die eine Aktion produziert werden eindeutig Objekten zugeordnet.

b) Strukturierung
Alle zusammengehörigen Ergebnisse werden übersichtlich auf einer Hierarchieebene zusammengefasst.

Die Beschreibung einer Anwendung lässt sich mit Hilfe dieser Vorgehensweise effektiv und vollständig durchführen. Eine umfassende Einteilung aller Ergebnisse einer Aktion in Objekte stellt sicher, dass der Leistungsumfang der Anwendung möglichst vollständig beschrieben wird. Als Ergebnis der Hierarchischen Dokumentation von Objekten soll eine Gliederung entstehen, anhand der sich ein Anwender durch die Funktion einer Anwendung navigieren kann.

Die Beschreibung der Objekte muss so ausgelegt sein, das zu jedem Zeitpunkt die notwendigen Informationen für das Verständnis der Anwendung vorhanden sind.

 
 

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