| Projektablauf der Pflichtenhefterstellung | |||
| Der Auftrag zur Erstellung eines Pflichtenheftes | |||
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Worum
geht es? Der Auftraggeber initiiert die Erstellung des Pflichtenheftes
und stellt die notwendigen Mittel für die Umsetzung bereit.
Der Autor des Pflichtenheftes ist
in diesem Fall wie ein Projektleiter anzusehen. Er übernimmt die Rolle des Gesamtverantwortlichen. Beide
Seiten haben während der Erstellung des Pflichtenheftes bestimmte Aufgaben
und Erwartungen. Diese gilt es zu dokumentieren und fest zu schreiben.
In der Projektarbeit wird dies mit Hilfe eines Projektauftrags getan.
Bei der Pflichtenhefterstellung ist ein ähnliches Konstrukt hilfreich.
Um eine Abgrenzung zu dem bereits belegten Begriff des Projektauftrages
herbeizuführen, wird nachfolgend der Begriff Auftrag benutzt. Der Auftrag ist eine Vereinbarung
zwischen dem Auftraggeber und dem Autor des Pflichtenheftes. Dort
werden die Rahmenbedingungen definiert, unter denen das Pflichtenheft
erstellt werden soll. Der Auftraggeber definiert seine Anforderungen an
Inhalt des Pflichtenheftes. Der Autor definiert seine Anforderungen, damit
er das Pflichtenheft erfolgreich erstellen kann. Der Auftrag dient für beide Seiten auch als Meßlatte
für die erfolgreiche Erstellung des Pflichtenheftes. Allein die Fertigstellung
des Pflichtenheftes innerhalb eines definierten Zeitraumes ist kein Indiz
für die erfolgreiche Fertigstellung. Das Pflichtenheft ist erst dann fertig,
wenn alle Ziele erreicht worden sind. Neben rein zeitlichen Aspekten
kommen hier monetäre und funktionale Aspekte hinzu. Aus diesem Grunde
müssen alle Kriterien, die an das Pflichtenheft bzw. dessen Erstellung
gestellt werden, Teil des Auftrages sein. Häufig kommt es vor, dass der Auftraggeber nicht
von selbst auf die Idee kommt, für die Erstellung eines Pflichtenheftes
einen Auftrag zu definieren. In solch einem Fall sollte der Autor auf
den Auftraggeber zukommen. Es kann allerdings passieren, dass der Auftraggeber
mit Unverständnis reagiert. Es können Aussagen kommen, wie: "Wir
haben doch alles besprochen, wozu noch einmal alles aufschreiben?"
oder "Machen Sie doch nicht
gleich alles so kompliziert!" Dies sind ganz natürliche Reaktionen
aus Firmen, in denen sich eine projektorientierte Vorgehensweise noch
nicht in aller Konsequenz durchgesetzt hat. In Situationen wie dieser muss dann Überzeugungsarbeit
geleistet werden. Am einfachsten ist es, den Entwurf des Auftrages vorzubereiten.
Dies hat zwei Vorteile. Zum einen hat der Autor des Pflichtenheftes so
die Möglichkeit, seine Sicht der Dinge zu formulieren. Zum anderen spart
sich der Auftraggeber die Mühe, selbst einen Auftrag zu schreiben. Externe
Berater sollten jedes Ihrer Pflichtenhefte über einen Auftrag absichern.
Nur so kann gewährleistet werden, dass die zu leistende Arbeit unter einem
gemeinsamen Verständnis erfolgt. Bevor mit der Arbeit an dem Pflichtenheft
begonnen wird, sollte der ausgearbeitete und unterschriebene Auftrag vorliegen. Was
bringt es? Jeder der im Bereich der Softwareentwicklung tätig ist,
kennt die Forderungen seiner Auftraggeber. Alles soll möglichst heute
noch fertig werden. Es darf nichts kosten und wenn möglich soll alles
ohne Mitarbeiter erledigt werden. Der Autor eines Pflichtenheftes hat
mit Hilfe des Auftrages die Möglichkeit, die Rahmenbedingungen abzustecken, die
als Voraussetzung für einen möglichst reibungslosen Verlauf aus seiner
Sicht notwendig sind. Dem Autor eines Pflichtenheftes dient der Auftrag
als Leitlinie während der gesamten Zeit der Pflichtenhefterstellung.
Anhand des Auftrages kann der Autor zu jeder Zeit überprüfen, ob die vereinbarten
Ziele erreicht werden. Während seiner Arbeit können immer wieder Situationen
auftreten, welche größere Änderungen zur Folge haben. Diese Änderungen
beziehen sich zumeist auf den ehemals festgelegten Leistungsumfang. Davon
ist dann zumeist auch der Fertigstellungstermin betroffen. In letzter Konsequenz gibt es Veränderungen zu dem ursprünglichen
formulierten Auftrag. In solch einer Situation muss genau die Verhältnismäßigkeit
geprüft werden. Der Auftrag soll keinen zusätzlichen administrativen Overhead
schaffen oder Verwaltung als Selbstzweck betreiben. Ziel des Auftrages
ist es, Sicherheit zwischen den beiden Partnern schaffen. Immer dann,
wenn diese Sicherheit nicht mehr gegeben ist, sollte der Auftrag geändert
werden. Darunter fällt jedoch nicht jede Kleinigkeit. |
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