Projektablauf der Pflichtenhefterstellung  
Die Struktur des Auftrages - Zielsetzung
 

Wie wird es gemacht?
In diesem Teil geht es um die Frage, was eigentlich mit dem Pflichtenheft erreicht werden soll. Da diese Frage im wesentlichen vom Auftraggeber beantwortet werden kann, muss er diesen Teil vollständig ausfüllen. Der Autor des Pflichtenheftes sollte diesen Teil genau beachten. Ergeben sich bei der Zielsetzung Verständnisprobleme, müssen diese gemeinsam mit dem Auftraggeber ausgeräumt werden. Zudem muss sichergestellt werden, dass die definierten Ziele bestimmten Anforderungen genügen. Der Erfolg oder das Scheitern eines Pflichtenheftes wird anhand dieser Kriterien bestimmt! Daher gilt auch für die Pflichtenhefterstellung:

No Goals - No Glory

Die Anforderungen an die formulierten Ziele:

Erreichbarkeit
  Die formulierten Ziele müssen erreicht werden können. Dies sollte gemeinsam mit dem Auftraggeber abgeklärt werden.
Vollständigkeit
  Alle zu erreichenden Ziele müssen niedergelegt werden. Es dürfen später im Pflichtenheft keine neuen Ziele mehr definiert werden, die nicht Teil des Auftrages sind.
Verständlichkeit
  Eine klare und eindeutige Zielformulierung ist unabdingbar für die zielgerichtete Erstellung eines Pflichtenheftes. Nur wenn die zu erreichenden Ziele verständlich sind, können alle die mitarbeiten, auch helfen, diese zu erreichen.
Messbarkeit
  Neben diesen Zielen können auch neue Funktionen als messbare Ziele definiert werden. Eine neue Funktion kann sein, dass z. B. zukünftig zur Steigerung der Kundenzufriedenheit die Bezahlung mit Kreditkarten möglich sein soll.
Ziele dürfen nicht mit Begriffen wie z. B. "besser" oder "schneller" usw. beschrieben werden. In der Zielsetzung muss klar ausgedrückt werden, was z. B. mit "besser" gemeint ist. Die Verringerung der Fehlerquote in der Auftragserfassung um 10% ist ein klar messbares Ziel. Die Halbierung der Durchlaufzeiten im Lager kann ebenfalls gemessen werden. Erst mit der Messbarkeit eines definierten Ziels ist es möglich, den Erfüllungsgrad der im Pflichtenheft definierten Anforderungen zu überprüfen.
Konsistenz
  Die definierten Ziele müssen widerspruchsfrei (konsistent) beschrieben werden. Erst mit sich ergänzenden Zielen ist es möglich, effektiv die Erstellung eines Pflichtenheftes anzugehen.
Lösungsneutralität
  Bei den zu erreichenden Ziele muss das "Was", nicht das "Wie" beschrieben werden.

Beispiele:

Falsch - nicht überprüfbar
Richtig - überprüfbar
Verbesserung der Wareneingangssteuerung durch den Einsatz neuer Funktionen. Vollständige Ablösung aller Funktionen der alten Wareneingangssteuerung.
Die neue Lagerverwaltungs-Software soll effektiv eingesetzt werden. Die neue Lagerverwaltungs-Software soll eine Reduzierung der Personalkapazität um 10% ermöglichen.
Der gesamte Einkauf soll mit der neuen Software rationalisiert werden. Der gesamte Einkauf soll mit der neuen Software Einsparungen von mind. 5.000,-- DM pro Jahr realisieren.
Die Erfassung von Aufträgen soll komfortabler werden. Die Erfassung der Aufträge soll sich auf max. 2 Min. pro Auftrag reduzieren.

Das Erreichen bestimmter Fertigstellungstermine für die Einführung neuer Funktionalitäten ist kein Ziel bei der Pflichtenhefterstellung! Hier müssen die Ziele aus dem Bereich des Projektmanagements klar von denen der Pflichtenhefterstellung getrennt werden.

 
 

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